Unser Verein Zweieck

Wir, der Nachbarschaftsverein ZweiEck, verstehen uns als ein Ort des Austausches und der gegenseitigen Hilfe. Wir wollen eine starke Nachbarschaft schaffen, um uns zu unterstützen, während wir unter immer verschärfteren Bedingungen versuchen unseren Lebensunterhalt zu verdienen, unsere Kinder großzuziehen und unsere Ausbildungen erfolgreich zu absolvieren. Gemeinsam wollen wir die Ursachen unserer Probleme sichtbar machen, über unsere Forderungen diskutieren und gemeinsame Aktivitäten planen. Schließlich merken wir: Wir sind nicht allein.

Dafür organisieren wir uns einerseits in Stammtischen von verschiedenen Gruppen, die sich zu ihren konkreten Berufs- und Lebenslagen austauschen. Ziel der Stammtische ist es, uns über die Probleme in unseren Jobs oder der Ausbildungen zu verständigen, um gemeinsam für bessere Verhältnisse zu kämpfen.

Doch die Aktivitäten des Zweiecks sind vielfältig: Gemeinsam organisieren wir zum Beispiel auch kulturelle Aktivitäten. Sei es Kneipe, Spielenachmittag oder Sommerfest. Damit wollen wir der Individualisierung und Vereinsamung etwas entgegensetzen.

Man kann also auch mitmachen, ohne Teil der Stammtische zu sein, und auch über die Gründung neuer Stammtische freuen wir uns!

Da die Politik oft Ursache und nicht Heilbringer unserer Probleme ist, machen wir uns ganz klar unabhängig von Stadt, Politik und Wirtschaft. Wir funktionieren, weil bei uns alle mit anpacken und sich aktiv einbringen. Jeder, der sich einbringen will und die einfachsten Regeln des Zusammenkommens beachtet – Respekt füreinander, Verantwortung für den Verein und die Nachbarschaft – ist bei uns willkommen!

Was macht unser Nachbarschaftsverein in Zeiten von Corona?

Trotz oder gerade wegen der Krise wollen wir uns als Nachbarschaftsverein nicht zurück ziehen. Momentan bekommen viele von uns die Probleme, die wir seit Jahren anprangern und gegen die wir kämpfen, umso deutlicher zu spüren.

Menschen in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen verlieren ihren Job, Betriebe stellen auf Kurzarbeit um, am Arbeitsplatz werden Sicherheitsmaßnahmen kaum bis wenig eingehalten, Kinder, deren Eltern nicht die Ressourcen haben, sie bei den Schulaufgaben zu unterstützen, sitzen alleine vor einem Berg schwer zu bewältigender Aufgaben, und Einsamkeit macht sich weiter breit. Während die einen nicht wissen, wie sie ihre Miete die nächsten Monate zahlen sollen, werden an Aktionäre großer Unternehmen Beträge in Millionenhöhe ausgezahlt. Jahrelang war „kein Geld“ für das Gesundheitssystem, das Bildungssystem und unser soziales Wohlergehen da, jetzt sind Milliarden für die größten Konzerne vorhanden. Die einfachen Menschen sind die einzigen, die den Gürtel enger schnallen müssen. Wieder einmal zeigt sich, dass in diesem System wirtschaftliche Interessen im Fokus der Politik stehen, nicht etwa das Wohl der Bevölkerung.

Das können wir nicht einfach so geschehen lassen. In einer Zeit, in der sich Unsicherheit immer mehr verbreitet, müssen wir uns umso mehr organisieren, unabhängig von Politik und Wirtschaft. Es zeichnet sich bereits ab, dass die wahre Katastrophe noch auf uns zukommen wird. Schon jetzt wird prognostiziert, dass die Arbeitslosenzahl steigen wird. Massive Einschnitte in die Arbeitnehmerrechte finden statt, und werden sicher nicht ohne weiteres rückgängig gemacht. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns auch gewerkschaftlich organisieren und die, die uns dort vertreten, sollten kritisieren, wenn die Tarifverhandlungen um höhere Löhne für dieses Jahr eingestellt werden. Die Krisen des Kapitalismus werden mal wieder auf den Schultern der einfachen Menschen ausgetragen. Auch wenn wir uns nicht in gewohnter Form treffen und austauschen können, bleiben wir weiter aktiv. Dafür weichen wir auf Telefon und Skype aus. Wir wollen informiert bleiben, uns vernetzen, gemeinsam diskutieren, was zu tun ist und einen Überblick schaffen, wie die Krise zu bewerten ist.


Viele von uns organisieren sich einerseits weiterhin in den Stammtischen:

  1. Gesundheits- und Sozialwesen
  2. Studenten, Schüler, Auszubildende
  3. Lehrkräfte in der Erwachsenenbildung
  4. Kulturschaffende

Andererseits haben wir drei Arbeitsgruppen gegründet:

  1. Krankheit und Krise
    Diese Arbeitsgruppe trägt Informationen zur Entwicklung zusammen. Was passieren für arbeitsrechtliche Einschnitte? Was bedeuten die politischen Maßnahmen für uns? Was heißt das alles langfristig? Die Gruppe versucht sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wie aus der Perspektive unseres Vereins die aktuellen Entwicklungen einzuschätzen sind.
  2. Vernetzung
    Diese Gruppe schaut, was andere Initiativen gerade schon machen. Vor allem will sie sich aber mit den Positionen, Forderungen und Aktivitäten der Gewerkschaften in der aktuellen Lage auseinandersetzen und sinnvolle Vernetzung schaffen.
  3. Solidarität
    Die Gruppe Solidarität macht sich Gedanken, wie wir uns in der aktuellen Lage gegenseitig unterstützen und organisieren können. Was tun wir, wenn wir unsere Miete nicht mehr zahlen können? Wie bekämpfen wir die Einsamkeit? Wie tragen wir Protest nach außen, wenn wir uns nicht versammeln können?

Um unsere Diskussionen und Ergebnisse zugänglich zu machen, haben wir die Website „Corona News Leipzig“ geschaffen, in der wir zu verschiedenen Fragen Informationen, Analysen und Berichte sammeln wollen.

Bleibt auf dem Laufenden und macht mit! Schickt uns eure Erfahrungen im Betrieb, meldet euch, wenn ihr Unterstützung braucht oder Fragen habt, unterstützt die Arbeitsgruppen oder bringt euch anders ein!

Denn nur gemeinsam sind wir stark und nur wenn wir uns organisieren können wir etwas verändern.