Willkür und Beleidigung durch Stationsleitung

Einige Stationsleitungen, die ihr anvertrautes Personal schützen sollten, treten gerade ganz stark danach, es werden genehmigte Dienstpläne abgeändert ohne das betreffende Personal zu fragen. Bei Nachfragen, wie das dann mit der Dienststunden Regelung ist, wird man abgewiegelt, das machen wir schon, es ist alles geklärt ohne eine aussagekräftige bindende Antwort zu bekommen.

Es werden Aussagen von Stationsleitungen getroffen, wie:

  • „Die zuständige Behörde kann von jeder geeigneten Person die Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen verlangen, soweit das zur Bewältigung des Gesundheitsnotstands erforderlich ist. Sie kann jede geeignete Person unter gleichen Voraussetzungen auch zur Erbringung von Dienst-, Sach- und Werkleistungen an Einrichtungen der medizinischen oder pflegerischen Versorgung zuweisen und verpflichten.“
  • „Das Pflegepersonal sei hirnfrei und sind jetzt in der Katastrophe Leibeigene.“
  • „Laut Infektionsschutzgesetz können Pflegekräfte zwangsrekrutiert werden, man hat nicht zu diskutieren, es ist jetzt Katastrophe!“

Ich denke es wird gerade in der mittleren Führungsebene sehr viel Willkür und Macht ausgespielt.
Da frage ich mich, warum macht man das? Sollte nicht gerade jetzt die Stationsleitungen ihr Personal schützen und die schon sehr verbreitete Angst und Unsicherheit durch ständig neuen Anweisungen auffangen.

Wir fordern respektvollen Umgang mit dem Personal und klare schriftliche Anweisungen, um Unsicherheit und Verwirrung auszuräumen!

Alltag in der Krankenpflege ohne Schutzausrüstung

Seit vielen Jahren arbeite ich im Krankenhaus und gehe jährlich zu den Hygieneschulungen, was auch vollkommen gerechtfertigt und gut ist. Nun frage ich mich, ob das, was uns dort seit Jahren vermittelt wird alles falsch war bzw. warum man gerade in einer Pandemie Zeit darauf verzichtet und ständig neue Richtlinien/Bestimmungen heraus bringt. Jahrelang wurden wir darauf geschult das unsere Schutzausrüstung Einwegmaterial sei und das die Gefahr einer Kontamination bei erneuten tragen viel zu groß sei und genau deshalb gehört alles nach dem tragen sofort entsorgt.

Aber jetzt müssen wir sämtliche Mundschutze wiederverwenden, dafür lagern wir die Mundschutze
in abwaschbaren Nierenschalen, die wir zwischendurch mit Flächendesinfektionstüchern auswischen sollen. Und nur bei Durchfeuchtung einen neue MNS (Mundnasenschutz) benutzen dürfen. Es gibt Anweisungen von Stationsleitungen, dass wir, wenn wir am Corona Patienten arbeiten, einen Liter trinken sollen, danach auf die Toilette gehen sollen und dann für die nächsten 6 Stunden keine
Grundbedürfnisse (wie Essen, Trinken und Toilettengang) verrichten dürfen. Mit der Begründung, wir müssen Material sparen!

Ich möchte geschützt werden, wie schon seit je her und nicht die Gefahr laufen mich durch Kontamination durch falscher Anwendung zu infizieren. Weil auch jede Krankenschwester, Physiotherapeuten, Arzt ja auch die Speiseversorgungsdame und Reinigungskraft brauchen
ordentlichen Schutz.

Wir fordern zertifizierte einmal-Schutzausrüstung für alle, die am Patienten arbeiten, um Kontaminationen zu vermeiden!

Sofortige Heraufsetzung aller Personalschlüssel in der Krankenpflege!

Ich arbeite als Krankenschwester im Krankenhaus seit nun mehr 23 Jahren. Überrascht wird keiner mehr sein wenn man vom Pflegenotstand spricht, weil diesen gibt es seit Jahren und es geht ja irgendwie weiter. Wie fragt keiner, weil solange man nicht selber betroffen ist, warum sollte man sich darum auch kümmern.
Meine Erfahrungen in den letzten Jahren ist sehr deprimierend und ich bin kurz davor den Beruf, eigentlich meinen Traumberuf, komplett zu verlassen, aber so wie mit dem Personal und auch den Patienten umgegangen wird, kann ich nicht mehr ertragen!
Man arbeitet fast immer unterbesetzt und irgendwie schafft man das schon, die Frage ist wie und wer leidet darunter. Der Patient der minimal versorgt wird ( mit der Krankenpflegeausbildung hat das nichts mehr zu tun) und das medizinische Personal ( Krankenpflege sowie auch Ärzte).

Die Patienten erleben gerade eine sehr schlechte Behandlung, da keiner wirklich Zeit hat und wenn man sich noch so bemüht, es läuft einem die Zeit davon. Letztens sagte mir eine Kollegin: “ Ich bin froh wenn in meinen Dienst alle IRGENDWIE überleben !“ Und das ist eine sehr gute erfahrene Schwester gewesen! Was ist das für eine Einstellung? Verstehen kann ich sie total, weil auch mir geht es teilweise so. Welcher Typ Mensch kann das lange ertragen? Und als wäre das nicht genug, kommt dann die Vorgesetzte um die Ecke und fragt ob man nicht den ein oder anderen Dienst übernehmen kann, es wird selbstverständlich sofort an das soziale Gewissen appelliert, sonst ist ja die Kollegin alleine im Dienst. Ja, das ist ganz schlimm und ich möchte auch nicht alleine im Dienst arbeiten müssen, aber wer hat den Personalschlüssel fest gelegt??? Wir arbeiten immer am absoluten Limit und sobald sich ein Kollege krank meldet, bricht das komplette System zusammen. Leider haben sehr viele Kollegen resigniert ganz nach dem Motto „Hauptsache der Dienstplan stimmt und die Chefin ist gnädig und lässt mich in Ruhe.“

Aber ist das ein Leben? Immer auf Abruf, in jedem frei angerufen zu werden, ob man in den oder den Dienst einspringen kann.

Wir fordern die Personalschlüssel in jedem Fachgebiet sofort zu erhöhen.
Und nicht in der „Coronazeit“ auszusetzen wie vom Herrn Spahn am 19.03.2020 angeordnet!

Die Situation in der ambulanten Familienhilfe (Hilfe zur Erziehung)

Wir SozialarbeiterInnen in der Familienhilfe (kurz amb.HzE) sind an vorderster Linie der Coronapandemie. Täglich stehen wir in Kontakt mit Klienten, Ämtern, Behörden, medizinischen- und Bildungseinrichtungen, um den Familien bei ihren täglichen Problemen zu helfen und
Gefährdungen des Kindeswohls abzuwenden. Es ist keine Seltenheit, dass man zwischen 15-25 Fälle betreut. Man kann sich schnell ausrechnen, wie viel Menschenkontakt damit an einem üblichen Arbeitstag entsteht.

Nur folgerichtig teilt das Amt für Bildung, Familien und Teilhabe der Stadt Leipzig, in einem Newsletter vom 20.02.2020 mit, dass „Ambulante Hilfen nach §§ 27, 28, 29, 30, 31, 35 und 35a SGB VIII […] auf ein Mindestmaß und auf unabweisbare Einzelfälle zu beschränken“ sein. Soweit, so vernünftig. Nur ist es so, dass in der amb. HzE nur geleistete Stunden am Klienten auch vergütet werden. Damit stellt sich natürlich die Frage, wie wir am Ende des Monats auf unseren Lohn kommen, ohne wirklich schwere Einbußen zu haben.

Und da hört das vernünftige Vorgehen der Stadt auch leider auf. Im Newsletter vom 24.03.2020 heißt es: „Die Erbringung von Leistungen ist derzeit mit dem Ziel der Reduzierung von Infektionen mit dem Coronavirus durch die Allgemeinverfügung des Landes stark eingeschränkt. Für eine Finanzierung nicht erbrachter Leistungen eröffnet die Allgemeinverfügung jedoch keine Möglichkeiten.“ Damit nimmt die Stadt Leipzig billigend in kauf, dass wir SozialarbeiterInnen selber entscheiden müssen, ob wir auf Infektionsschutz, oder auf unsere finanzielle Sicherheit
Rücksicht nehmen.

Dieser Zustand ist untragbar!

Die Stadt Leipzig gibt jährlich ca. 110 Millionen € für Hilfen zur Erziehung aus. Es wäre ein leichtes nun Maßnahmen zu treffen auch in diesen schweren Zeiten Infektionsschutz UND die finanzielle Absicherung seiner SozialarbeiterInnen zu gewährleisten.

Wir fordern sofortige pauschale Zahlung aller Leistungsentgelte, bis zum Ende der Coronapandemie!