Heraus zum 1.Mai – „Wir zahlen nicht für eure Krise!“

Aufruf

Der 1. Mai ist der Tag der Arbeit. Der Tag, an dem wir unsere alltäglichen Arbeitskämpfe lautstark auf die Straße tragen. Dieses Jahr soll der Protest von der Straße ins Wohnzimmer verlegt werden. Der DGB ruft dazu auf, im Internet zu demonstrieren. Das ist gut, aber reicht uns nicht. Die Interessen der Beschäftigten müssen gerade in der aktuellen Krise offensiv zur Geltung kommen. Wir lassen uns den Tag der Arbeit nicht nehmen und wollen deshalb auch dieses Jahr unter Einhaltung des Gesundheitsschutzes auf der Straße die prekären Arbeits-bedingungen, zu niedrige Renten und die verfehlte Krisenpolitik, wie das Arbeiten ohne Schutzmaßnahmen, anprangern!

Wir sind der Nachbarschaftsverein ZweiEck:

Unter dem Dach des ZweiEcks versammeln sich Lehrer, Studenten, Selbständige, Ärzte, Krankenpfleger, Schüler, Erwerbslose und viele andere. Als Vereinsmitglieder blicken wir aus verschiedenen Perspektiven auf die aktuelle Situation und sehen die Notwendigkeit, uns gut zu organisieren. Ein zentraler Punkt ist dabei für uns, dass wir unabhängig sind – von Stadt, Politik und Wirtschaft. Nur durch diese Unabhängigkeit gelingt es uns, klar für unsere Positionen gemeinsam einzustehen und zu kämpfen. Das funktioniert nur, wenn wir alle mitanpacken und uns aktiv einbringen. Jeder, der mitmachen will und die einfachsten Regeln des Zusammenkommens beachtet – Respekt und Verantwortung für seine Mitmenschen – ist bei uns willkommen!

Konkret bedeutet das: Wir unterstützen uns gegenseitig bei unseren Problemen im Alltag, organisieren gemeinsame Freizeitaktivitäten, setzen uns gegenüber unseren Arbeitgebern aktiv für unsere Interessen ein und beziehen als Verein Stellung zu gesellschaftlichen Themen.

Die Corona-Pandemie ist unserer Ansicht nach nicht der einzige Grund für die derzeitigen Verschärfungen der Arbeitsrechte, die enormen sozialen Missstände, in denen sich die Menschen Mieten und Essen nicht mehr leisten können, oder für die massiven Probleme im Gesundheitssystem. Dies liegt an der jahrelangen Privatisierung der Krankenhäuser und einem unverhältnismäßigen Anstieg der Mieten, an dem jahrelang betriebenen Sozialabbau durch die Regierung, an dem Ausbau des Niedriglohnsektors und der Stagnation der Reallöhne. Diese schlechten sozialen Zustände werden sich mit der Eindämmung des Virus nicht ändern, sondern nur, wenn wir aktiv werden und uns jetzt dagegen wehren.

Die aktuellen Lockerungsmaßnahmen beweisen, dass es der Regierung nicht um den Schutz der Bevölkerung geht. Mit der Öffnung von Läden bis 800qm wird mit unser aller Gesundheit gespielt, statt einfach den Kleinhandel und Selbstständige ausreichend finanziell zu unterstützen. Zusätzlich drängen die großen Unternehmen auf die Wiederaufnahme der Produktion, um weiterhin ungestört Profite einstreichen zu können. Und während Bayer, Die Deutsche Post und private Kliniken ihren Aktionären weiterhin fleißig Dividenden in Milliardenhöhe ausschütten, fürchtet der Großteil von uns um seine Existenz. Wir sagen es reicht:

Gegen den Abbau von Arbeitsrechten und das Abwälzen der Krise auf die Beschäftigten!

Unsere Forderungen:

  • Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 100% durch die Arbeitgeber
  • sofortige Zurücknahme der Arbeitszeitverordnung (12h-Tag und kürzere Ruhezeiten)
  • 500€ Extra-Zahlung vom Jobcenter für die Corona-Zeit für ALG II-Bezieher
  • sofortige Erhöhung der Grundsicherung um 100€, um gestiegene Lebenshaltungskosten zu kompensieren
  • sofortige Einstellung der Arbeit in nicht lebenswichtigen Bereichen bei weiterer Lohnfortzahlung
  • angemessene Schutzmaßnahmen für alle Beschäftigten
  • sofortige Unterbringung von Wohnungslosen
  • Mieten nicht für Großunternehmen, sondern für Privatpersonen für die Zeit der Krise aussetzen

langfristig:

  • Löhne, die zum Leben reichen!
  • Hartz IV durch menschenwürdige Grundsicherung ersetzen!
  • Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn- und Personalausgleich!

Jetzt seid auch ihr gefragt! Wir freuen uns über alle MitstreiterInnen, die mit uns am 1. Mai auf die Straße wollen (meldet euch unter corona-news-leipzig@mail.de). Bringt euch bei unserer Aktion ein und lasst uns gemeinsam ein starkes Zeichen setzen!

Wir nehmen das Gesundheitsrisiko natürlich sehr ernst.

Deshalb schlagen wir dezentrale Aktionen vor, bei denen alle notwendigen Schutzmaßnahmen eingehalten werden können. Über die Stadt verteilt werden die Gruppen tagsüber an kleinen Ständen präsent sein und informieren euch mit einer Zeitung über alle beteiligten Gruppen und deren Forderungen, wie auch zusätzliche Artikel zu den aktuell brennenden Themen.

Übersichtskarte mit unseren Ständen am 1. Mai

Die zentrale Abschlussaktion findet am Marktplatz ab 16 Uhr statt. Dort sollen die Forderungen der dezentralen Aktionen zusammengetragen und sichtbar gemacht werden.

Druckt unsere Postkarte aus, füllt sie mit euren Forderungen und bringt sie am 1. Mai zwischen 12 und 16 Uhr am Marktplatz vorbei oder schickt sie vorher ans ZweiEck. So können wir ein starkes Zeichen setzen.
Das Ganze wird medial begleitet und geteilt, um sich auch an der Online-Kampagne zu beteiligen.

Solidarität geht immer!

Bei Fragen, Ideen, Interesse an einer Teilnahme – Meldet euch unter: corona-news-leipzig@mail.de

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