Wir brauchen eine langfristige Perspektive!

In den letzten Wochen wurden einige Offene Briefe in der Leipziger Kultur- und Kreativszene veröffentlicht. Kreatives Leipzig, das IG Livekombinat und Leipzig+Kultur formulierten ihre Wünsche an Burkhard Jung und auch einzelne Freischaffende meldeten sich zu Wort. Wir wollen uns vor allem dem kämpferischen Brief von Markus Müller anschließen [1], der lautstarke Kritik an den derzeitigen Hilfsprogrammen übt. Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass die Soforthilfen des Bundes vor allem an den Arbeits- und Lebensrealitäten der zahlreichen Solo-Selbstständigen und Freischaffenden komplett vorbeigehen. Und diese machen in der gesamten Kultur- und Kreativwirtschaft immerhin mehr als 50% aus! [1]

Die Empörung darüber war und ist groß! Gut so! In Berlin und Dresden kamen dann erste brauchbare Soforthilfeprogramme, welche allerdings aufgrund des großen Andrangs, nach kurzer Zeit eingestellt werden mussten. Auch hier gingen wieder viele leer aus. Nach den Diskussionen der letzten Tage will jetzt auch Oberbürgermeister Burkhard Jung eine Soforthilfe für Leipzig voranbringen. Welche Bedingungen diese Einmalzahlungen von anberaumten 1.500 – 2.000 € haben, ist allerdings noch nicht klar.

Nun plant die Sächsische Staatsregierung, 10 Millionen € für weitere Maßnahmen locker zu machen. Davon soll einerseits ein unbürokratisches Stipendienprogramm unter dem Namen „Denkzeit“ von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen auf den Weg gebracht werden. Außerdem wird mit „so geht sächsisch“ KünstlerInnen und Institutionen eine Plattform geboten, auf der sie ihre Inhalte verbreiten können. Inklusive Honoraren und Unterstützung bei Ausgaben für Technik. [2]

Ob diese Aufwendungen bei allen Betroffenen ankommen ist unklar, aber selbst dann gebe es ja immerhin noch die sogenannte Corona-Grundsicherung. Auf deutsch: ALG2. Ob man als Selbstständiger „nach der Krise“ da wieder so leicht rauskommt ist mehr als fraglich.

Der „Kulturmarkt“ wird bereinigt werden. Personalabbau und die Schließung von zahlreichen Arbeitsstätten werden erst noch auf uns zukommen. Das heißt auch, dass sich der sowieso schon starke Konkurrenzdruck in der Szene noch krasser zuspitzen wird.

Wenn wir jetzt also nicht standhaft genug für unsere Interesse streiten, werden unsere Arbeitsbedingungen noch um einiges prekärer werden als schon vor Corona.

Deswegen fordern wir:

Die Zusage langfristiger Projektfördergelder, welche Selbstständige vor der drohenden Arbeitslosigkeit schützen.

Kündigungsschutz für alle Festangestellten bis zum 31. Dezember 2020

Quellen:

[1] https://bachsoboe.de/aus-tiefer-not-offener-brief-an-monika-gruetters.pdf

[2] https://kreativ-bund.de/wp-content/uploads/2020/03/200326_Kurzpaper_Betroffenheit_KKW_Corona.pdf

[3] https://medienservice.sachsen.de/medien/news/235414?fbclid=IwAR2xMzaHQDQK4fwTgjJ10HPdotQfx77CdM4sBj13DJPRCgnUMch5Eccq05s

[4] https://www.facebook.com/sogehtsaechsisch

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